oral history: about fahrraeder

[aus gegebenem anlass]

mein erstes fahrrad war ein hellblaues mifa klapprad, ich hab’s geschenkt bekommen zum siebenten geburtstag. meine erste erinnerung an das fahrrad ist, dass ich es heulend nach hause schiebe. aber warum? der grund ist leider in trueben hirnregionen versackt. egal, es war ein prima rad.

die jahre vergingen, und nach 1990 konnten westverwandte richtig grosse sachen mitbringen. zum beispiel ein fahrrad, welches sich angeblich irgendwann herrenlos an einem gartenzaun eingefunden hatte. es war orangegolden, super- ach was hyperleicht, hatte drei-gang-kettenschaltung. gitane stand auf dem rahmen. es sollte gefuehlte 100 jahre halten, und ist mit mir in die weite welt gezogen.

zwischenzeitlich pochte dann mal das losglueck an die tuer. in einem ausnehmend bescheuerten preisausschreiben anlaesslich der taiwan-wochen des studentenwerks konnte ich die frage „wie heisst die hauptstadt von taiwan?“ richtig beantworten. einige wochen spaeter flatterte ein brief ins haus, der mir zum hauptgewinn gratulierte! es war ein feuerrotes, tonnenschweres herrenrad. zwar schon irgendwie okay, aber als es ein paar monate spaeter nicht mehr vor’m wohnheim stand war die trauer nicht sehr lang. es war halt doch zu rot und zu schwer gewesen, und wir passten nicht zusammen.

einige weitere jahre orangegoldenrostiges glueck folgten. doch mir der zeit wurde das radl muede, schwach und klapprig. ein platter reifen, sich hauefende kettenabwuerfe – es wanderte in den schuppen in der xxxstrasse [dort liegt es glaub ich immer noch]. nachfolger war ein gruenes diamant damenrad unbekannter provenienz. es wurde von mehreren leuten gleichzeitig genutzt, und ist mir hauptsaechlich durch die furchtbare geraeuschkulisse beim fahren erinnerlich. ausserdem ging der sattel nicht festzustellen, somit entsprach das fahrgefuehl ungefaehr dem auf einem drehstuhl von 65 cm hoehe.

mein erstes monatsgehalt sollte nun in ein verkehrstuechtiges, zuverlaessiges, schoenes fahrrad verwandelt werden. der traumkandidat war schnell ausgemacht: nishiki touring master pro! dieser name, diese linien, diese farbe… leider furchtbar teuer. [die listigen fahrradhaendler hatten es gut sichtbar im schaufenster platziert. an einer strasse die ich oefter mal naechtens in trunkenheit nach hause ging. jedes mal musste ich stehenbleiben und das schmuckstueck anhimmeln.]

fahrraeder kauft man aber nicht nachts in trunkenheit, sondern tags mit klarem kopf & verstand. also war das neue nur halb so silbern, halb so schoen, jedoch 200 euro billiger. es war ein kompromiss, aber ich bildete mir ein es waer ein guter. und hey – so schlecht war es wirklich nicht. erstmals seit hellblauen klapprad-tagen licht am fahrrad! gefedert war es wie ein sofa… wir hatten ein paar schoene monate zusammen. geklaut wurde es dann waehrend ich eine woche in portugal war. und ich weiss ehrlich gesagt nicht mal mehr den namen. auf jeden fall war er uncool.
das fruehjahr kam, und irgendwie bastelte ich mir das argument zurecht „es war ein zeichen, ich haette gleich das richtige nehmen sollen.“ vor der investition wollte ich aber auf nummer sicher gehen und schloss eine hausrats-inklusive fahrradversicherung ab. und dann hatte ich es – das silberne neue superschicke fahrrad. hach, war das eine freude. ich meine natuerlich ist das eine freude – denn ich hab es immer noch, auch in der neuen weiten welt. sieht toll aus wie eh und je, ist besser ausgestattet als jemals zuvor.

faehrt aber leider nicht.

SCH*** SCH*** SCH***

wer mir eine schalteinheit mit seilzug passend zur shimano nexus m7 besorgen kann kriegt ganz was tolles und ewige dankbarkeit noch dazu. [vorurteile gegenueber transplantation vom lebenden fahrrad koennt ich notfalls auch aufgeben.]

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7 Gedanken zu “oral history: about fahrraeder

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